Einleitung zu Orient und Okzident VII
Islam im Wandel, Islam in Europa, aktuelle Lage im Nahen Osten
Die öffentlichen Diskussionen um die vielkulturelle Gesellschaft, um die „Integration des Islam“ und die mediale Darstellung der Verhältnisse im Nahen Osten, der Türkei, Ägyptens, Syriens, Libyens und anderen muslimisch geprägten Gesellschaften wird insbesondere nach der Sarrazin-Diskussion weiterhin zunehmend von Polemiken, Bedrohungsszenarien, Terrorängsten und einem Denken in den Gegensätzen „Christliches Abendland gegen muslimisches Morgenland“ und mangelnder Kenntnis der historischen, ethnologischen, kulturellen und aktuellen politischen Hintergründe und Zusammenhänge geprägt. Die aktuellen arabischen Revolutionen belegen eindrücklich den Wandel im Nahen Osten und den Versuch der Demokratisierung in Ländern, denen man bislang freiheitliche Bewegungen und Dynamiken nicht zugestehen wollte. Gewisse positive Paradigmenwechsel sind bei der Beurteilung der Lage im Nahen Osten, aber auch bei der Beurteilung von Heterogenität und der Einbürgerung des Islams in Deutschland zu vermerken. Diesen neuen Entwicklungen und den damit verbundenen Perspektiven möchte sich die 7. Ausgabe der Reihe „Orient und Okzident“ der Interkulturellen Akademie und der vhs Augsburg zuwenden.
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