Augsburg ist eine internationale Großstadt, offen für die Kulturen der Welt. Das Festival der 1000 Töne präsentiert als interkulturelle Veranstaltungsreihe jährlich einen kleinen Überblick über die große Vielfalt der Kulturen in Augsburg und beweist damit, dass das Miteinander der Kulturen und kulturelle Vielfalt eine Heimat für Alle ermöglichen.
Die Augsburger Vielfalt, die in der Parität und in der Partizipation ihrer heterogenen Bürgerschaft das Modell einer europäischen Friedensstadt entwickelt, macht mit dem „Festival der 1000 Töne” die Vielstimmigkeit innerhalb des gemeinsamen Konsenses mit der demokratischen Zivilgesellschaft sinnlich erfahrbar. Die „neue” Pluralität unserer heutigen Stadtgesellschaft erhält im „Festival der 1000 Töne” eine starke Stimme und verleiht damit als sozial-kulturelles Forum der Forderung nach Dialog, Inklusion und Anerkennung des Unterschiedlichen symbolischen Nachdruck. Gleichzeitig bietet es den unterschiedlichen Gruppen und Akteuren der Vielfaltsgesellschaft eine bürgerschaftliche Plattform der Selbstdarstellung, der Mitwirkung und der Teilhabe.
Konzerte, Theater, Kabarett, Tanz, Lesungen, Workshops und Tagungen garantieren einen vielfältigen Programm-Mix vor dem Hintergrund der aktuellen Verknüpfung mit interkulturellen und jugendkulturellen Diskursen im Rahmen von globalen Trends und ihren lokalen Ausprägungen im Spannungsfeld zwischen „bürgerlicher Leitkultur“, Mainstream, Multikulti und Transkulturalität.
Das Festival der 1000 Töne soll im Sinne eines erweiterten Kulturbegriffs vor allem als eine Klammer zwischen den vielfältigen kulturellen und sozialen Wirklichkeiten dienen und als Allianz zwischen Kultur- Sozial- und Bildungspolitik lokale kulturelle und soziokulturelle Potentiale wahrnehmen, aufgreifen und befördern und durch die Präsentation kultureller Highlights, Impulse und Anregungen im Sinne einer gelebten Interkulturalität auch unter transnationalen Perspektiven und ohne eindimensionale ethnisierende Zuweisungen, ermöglichen.
Im Mittelpunkt steht dabei allerdings ein dynamischer Kulturbegriff, der nicht ausschließlich musikalische Traditionen, Folklore und ethnische Besonderheiten dokumentiert, sondern der auch den Wandel der Kulturen, populäre großstädtische Crossover Musikformen und „subkulturelle” Jugendszenen im Dialog mit der „Hochkultur“ - eben die zeitgenössische Vielfalt auch in ihrer Kakophonie berücksichtigt. Die komplexe und häufig vernischte Kulturleistung der modernen Stadt wird so veröffentlicht und dient im „Festival der 1000 Töne” im Sinne der Parität und der Teilhabe der „Zivilisierung der vielen Differenzen”. Vor dem Hintergrund eines „neuen” Gemeinsinns werden so durch gesellschaftliche Anerkennung und kulturelle Inklusion die zentrifugalen Kräfte der segmentierten Stadt kompensiert und deren Ressourcen erkannt. Ergänzend und vor allem alternierend zu konventionellen Integrationsentwürfen dient hier die Kultur als Weg zur Teilhabe und als demokratisches Bindemittel in der Vielfalt.
Auschnitte aus dem Festivalprogramm 2007
Klezmernacht in der Synagoge
„Mesinke”, Deutschland
„Duo Chorny/Ghergus“, Moldavien
„Guy Schalom Solo Performance“, England
„Klezmer Alliance“, Deutschland, Moldavien, England
Interkulturelle Konzertabende
Niza Thobi
„Jiddisch is gor nischt asoi schwer“
Internationales Kinder- und Jugendkonzert
„Alle zusammen!”
Tanzende Derwische
„Mevader“
aus Konya, Türkei
Marcel Lang
Synagogale Musik und Jiddische Kunstlieder
Kammerchor „Haschira“
Jüdische Gemeinde Novi Sad, Serbien,
„Ensemble für Sufi-Musik“
Sufi-Konzert
„Daniel Karan Ensemble“
Flamenco-Nacht
Laura Aragon: Flamencotanz; Daniel Karan: Gitarre
Kunst hat keine Grenzen
ein Konzert mit Arien aus europäischen Opern und Folklore aus den Heimatländern der Künstlerinnen und Künstler aus Georgien, der Türkei, Südafrika und Russland #
Cartouche
„Pour rêver et s'évader“, Französische Chansons
„Winterreise“ von Franz Schubert,
Nikola David: Tenor; Stefanie Knaur: Klavier
„Scirocco“ oriental acoustic
Orient meets Okzident
Interkulturelle Reihe TRANSKULT
Musik-Kabarett:
Da Huwa da Meier und I „Fensterln, Schnupfa, Volksmusik“
Mistcapala „Ein Herrenquartett“
Stephan Zinner „Zinner tanzt“, aufstehen und hinlegen
Jüdische Lieder & Theater:
„Schtetele” Jüdische Lieder wie Zuhause
Experimentelles Theater Günzburg Korczaks Koffer
Bavarian Outlaws:
Hammerling trifft Michaela Dietl „ZUG“, Konzert-Performance
Beef Jerks featuring Franz Dobler Konzert & Lesung
Martin Großmann „Der Hilfssheriff von Bulldog-City”, Typenkabarett
Tanz-Theater
RAP FOR PEACE II „RAP meets Romeo & Juliet”