
Ausstellung:
Architekturmuseum Schwaben - 11. März bis 31. Mai 2009
Öffentlches Symposium:
Rathaus Augsburg - 13. März 2009, 14.00 bis 18.00 Uhr
Ausstellung: 11. März - 31. Mai 2009
täglich außer Montag von 14.00 bis 18.00 Uhr
Architekturmuseum Schwaben
Thelottstraße. 11, 86150 Augsburg
Der Bau von Moscheen birgt in Deutschland ein nicht unerhebliches Konfliktpotential. Auch in Augsburg haben wir diese Erfahrung bereits zweimal gemacht. Mit einem erneuten Antrag zum Bau einer großen, repräsentativen Moschee ist mittelfristig zu rechnen. Ziel der Ausstellung des Architekturmuseums Schwaben und des gemeinsamen Symposiums in Kooperation mit der Stadt Augsburg und der Interkulturellen Akademie Augsburg ist die öffentliche Debatte auf einer anderen Ebene: die sachliche Auseinandersetzung mit der Bautypologie und Ästhetik des modernen Moscheenbaus, der den Formenapparat der euro-islamischen Architektur in eine den jeweiligen lokalspezifischen Gegebenheiten angepasste gestalterische Lösung umzusetzen versucht.
Begleitend dazu werden im Rahmen eines Symposiums städtebauliche, architektonische wie auch juristische und soziologische Fragestellungen erörtert.
Öffentliches Symposium:
Freitag, den 13. März 2009 von 14.00 bis 18.00 Uhr
im Augsburger Rathaus
Begrüßung
Gerd Merkle, Baureferent der Stadt Augsburg
Prof. Dr.-Ing. Winfried Nerdinger,
Direktor des Architekturmuseums Schwaben
Hansi Ruile, Interkulturelle Akademie Augsburg
Vorträge
Ästhetik und Funktion von Moscheen in Deutschland
Alen Jasarevic, Dipl. Ing. Architekt
Das Islamische Forum in Penzberg gilt als herausragendes Beispiel zeitgenössischer Moscheearchitektur. Die Auseinandersetzung mit der islamischen Architekturgeschichte ist der Ausgangspunkt für die Entwicklung eines neuen mitteleuropäischen Moscheetyps.
Im Vortrag wird der Weg vom ersten Gespräch bis zum Ergebnis erläutert. Außerdem werden weitere Entwürfe für Gemeinden in Deutschland vorgestellt.
Alen Jasarevic, Dipl. Ing. Architekt, 1973 geboren, 1993 Abitur, 1998 Diplom, 2003 Bürogründung, 2005 Islamisches Zentrum Penzberg,
Kunstförderpreis der Stadt Augsburg, Wessobrunner Architekturpreis,
Nominierung zum Europäischen Architekturpreis, Thomas Wechs Preis Prämierung, Architekturpreis der Stadt Sarajevo, Prinz-Fonds Auszeichnung, Reinersche Stiftung Anerkennung, Bau der Woche german architects.com, Lehraufträge an der Hochschule Augsburg Fb Architektur und Fb Design
Die Moschee als Aufgabe der Stadtplanung
Dr. Reinhold Zemke, Stadt- und Regionalplaner,
Geschäftsführer der ContextPlan GmbH Berlin
Unter der Überschrift „Die Moschee als Aufgabe der Stadtplanung“ soll die Integration einer Moschee in die Entwicklungsplanung einer Gemeinde bzw. eines Stadtteils als gesellschaftliche Planungsaufgabe aufgearbeitet werden.
Wie groß ist das städtebauliche und nutzungsstrukturelle Spektrum von Moscheen in Deutschland heute? Welche Rolle spielen Moscheen in der Rechtsprechung der Verwaltungsgerichte, und – welche gesellschaftlichen Fragestellungen verbinden sich mit Moscheen insbesondere im Hinblick auf die Themenfelder Migration bzw. Integration und Stadtentwicklung?
Reinhold Zemke, Jahrgang 1962, ist promovierter Stadt- und Regionalplaner und der Geschäftsführer der ContextPlan GmbH Berlin. Sein Erfahrungshintergrund umfasst viele Berufsjahre als Selbständiger und als Angestellter im öffentlichen Dienst, in denen er sich mit einem breiten Spektrum städtebaulicher, stadtentwicklungsplanerischer und baurechtlicher Fragen befasst hat. Herr Dr. Zemke ist Referent für das Institut für Städtebau Berlin und Privatdozent am Institut für Stadt- und Regionalplanung der TU Berlin.
Aussprache
Literatur:
Bärbel Beinhauer-Köhler, Claus Leggewie und Alen Jasarevic
Moscheen in Deutschland
Religiöse Heimat und gesellschaftliche Herausforderung
2009. Rund 224 S.: Mit etwa 30 farbigen Abbildungen. Paperback
C.H.Beck ISBN 978-3-406-58423-7
Moscheen in Deutschland sind meist in Hinterhöfen oder Gewerbegebieten versteckt. Seit einigen Jahren werden aber auch repräsentative Moscheen gebaut. Heftige Konflikte sind die Folge. Was für die einen religiöse Heimat und Ausdruck eines neuen Selbstbewusstseins ist, macht den anderen Angst. Dieses Buch will zur Versachlichung der Debatte beitragen und Lösungswege aufzeigen. Bärbel Beinhauer-Köhler blickt auf die mehr als 200jährige Geschichte von Moscheen in Deutschland zurück. Sie erläutert die Funktion von Bauelementen und beschreibt das Alltagsleben in Moscheen. Der muslimische Architekt Alen Jasarevic erzählt von seinen Erfahrungen mit einem Moscheebau in Bayern. Claus Leggewie schließlich betrachtet die jüngsten Konflikte genauer: Worum geht es den Beteiligten wirklich? Was sollte bei Moscheebauten beachtet werden, um einen Kampf der Kulturen in unseren Städten zu vermeiden?
Dieses Buch entstand auf Initiative der Herbert Quandt-Stiftung.
Dr. Reinhold Zemke
Die Moschee als Aufgabe der Stadtplanung
Städtebauliche, baurechtliche und soziale Aspekte zur Integration des islamischen Gotteshauses in die Stadt und ihre Gesellschaft. Ein Handlungsleitfaden für Planer, Architekten und Bauherren.
Lit Verlag, Januar 2008 - kartoniert - 280 Seiten , ISBN: 3825808858
„In seinem Buch konzentriert sich Dr. Reinhold Zemke auf die kontroversen Planungsprozesse bei Moscheevorhaben und dokumentiert Moscheeprojekte in deutschen Städten. Schwerpunkt ist ein Leitfaden für Planungsanforderungen, der praktische Empfehlungen für einen ergebnisorientierten Planungsprozess unter Einbeziehung der Judikatur gibt. Dies ist nicht nur für kommunale Entscheidungsträger der Stadtplanung hilfreich, sondern auch Beitrag zum Wie einer gesellschaftlich religiösen Standortbestimmung muslimischer Mitbürger in einem christlich geprägten Umfeld, ob kirchennah oder kirchenfern. Im Dialog der Religionen auf deutschem Boden sind Differenzen, Kontroversen kaum vermeidbar. Mit Reinhold Zemke ist jedoch eine Haltung gegenseitigen Respekts und – für behördliche – Instanzen die strikte Beachtung der in Art. 4 Abs. 2 des Grundgesetzes verbürgten Religionsfreiheit zu fordern.“
Ulrich Geisendörfer, Vorstandsmitglied, Deutscher Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V.
