Themenschwerpunkte der Tagung sind die jugendkulturelle Identitätsdebatte und die Diskussion um Vielfalt und Differenz bei der Genderfrage, also der Gleichstellung von Frau und Mann in der multikulturellen Gesellschaft. Die Tagung möchte aus aktuellem Anlass einen sachlichen Beitrag leisten gegen die Gefährdung des bestehenden urbanen Zusammenlebens durch neue Formen einer Kulturdiskriminierung, die ethnische Milieus und Zuwanderung einseitig unter Skandalisierungsbegriffen wie Ehrenmord und Zwangsverheiratung, Ghetto und Parallelgesellschaft verallgemeinern. Zum Beginn ihrer Auseinandersetzung mit der „Neuen Vielfalt in der Stadt“ möchte die Interkulturelle Akademie insbesondere die Pluralisierung und Ausdifferenzierung des heutigen urbanen Lebens eben nicht nur als Bedrohung, sondern auch als Herausforderung, Chance und Ressource für die europäische Stadt begreifbar machen. Gerade die Friedensstadt Augsburg kann ein Modell für die Parität und die Partizipation des Unterschiedlichen im Sinne einer modernen Form urbanen bürgerschaftlichen Zusammenlebens sein.
Eine Veranstaltung der Interkulturellen Akademie Augsburg mit der AIP-Sozialraumplanung, der Universität Augsburg/Europäische Ethnologie und Pädagogik, der vhs Augsburg und der Gleichstellungsstelle der Stadt Augsburg. In Kooperation mit der Forschungsstelle für Interkulturelle Studien (FIST) der Universität Köln
Tagungsprogramm:
Panel 1:
Die Grammatik des Zusammenlebens –
oder wie die europäische Stadt Vielfalt zu bewältigen hat
„Zwischen Skandalisierung ethnischer Milieus und Veralltäglichung von Vielfalt“ – die Gefährdung des urbanen Zusammenlebens durch neue Formen des Kulturrassismus.
Prof. Dr. Wolf-Dietrich Bukow
Forschungsstelle für Interkulturelle Studien der Universität Köln
„Migration und Ethnisierung in kommunalen Einrichtungen“
Prof. Dr. Michael Bommes
Institut für Migration und interkulturelle Studien, Osnabrück
„Augsburg – Provinzidylle oder Großstadtkiez?“
Aktuelle Daten der Sozialraumplanung
Matthias Garte
AIP-Sozialraumplanung der Stadt Augsburg
Panel 2:
Die jugendkulturelle Identitätsdebatte
„Die jugendkulturelle Identitätsdebatte“
Peter Bommas
Universität Augsburg, Europäische Ethnologie
„Religiöse Vielfalt und kulturelle Differenz bei Jugendlichen in Augsburg“
Christiane Lembert
Universität Augsburg, Europäische Ethnologie
„Gläubige muslimische Frauen und die Entwicklung einer islamischen Freizeitkultur“
Jeannette Jouili
Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales Paris,
Viadrina Universität Frankfurt
„Eine neue Generation? Russlanddeutsche Jugendliche auf dem schwierigen Weg zu einem Selbstverständnis“
Sabine Hübner
Archiv der Jugendkulturen, Berlin
Panel 3:
Die Gender-Diskussion im interkulturellen Kontext
„Vielfalt, Differenz und die Kategorie Geschlecht“
Prof. Dr. Leonie Herwartz-Emden
Universität Augsburg/Pädagogik
„Die Ehepartnerwahl türkischer Frauen und der Genderdiskurs“
Prof. Dr. Gaby Straßburger
Katholische Hochschule für Sozialwesen, Berlin
„Gender mal anders: Türkische Männer im Focus“
Dr. Margarete Spohn
Migrationssoziologin und Mitarbeiterin der Stelle für interkulturelle Arbeit der Stadt München
Öffentliches Podiumsgespräch:
„Frauen und kulturelle Differenz:
Zwangsheirat, Ehrenmorde, Emanzipation?“