Die Fachtagung bietet einen Einstieg in den aktuellen Diskurs zum Thema (Inter)Kulturelle Bildung und Jugendszenen in der vielkulturellen Gesellschaft und vermittelt Kenntnisse zu konkreten Konzepten und Beispielen von „best practice“ der „neuen Allianz“ zwischen Kultur, Bildung und Sozialem. Eingeladen sind StudentInnen, LehrerInnen, ErzieherInnen, VertreterInnen der Kulturinstitutionen, der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, freie KünstlerInnen, KunstvermittlerInnen, Theater- und MusikpädagogInnen, sowie Gäste aus Wissenschaft, Politik, Verwaltung und dem Stiftungsbereich.
Augsburg ist eine multiethnische Großstadt. Über 30% der BewohnerInnen haben einen Migrationshintergrund und einzelne städtische Quartiere zeigen Ausprägungen so genannter „parallelgesellschaftlicher“ Entwicklungstrends. In Augsburg führte die Wahrnehmung dieser Wirklichkeiten in den letzten Jahren zu vielfältigen Reaktionen und Resultaten. Geprägt ist die augenblickliche stadtgesellschaftliche Situation durch ein (fragiles) Gleichgewicht der „friedlichen Koexistenz“ mit sehr unterschiedlichen Ausformungen in den einzelnen Quartieren der Stadt. Vor diesem Hintergrund möchte die Fachtagung praktische Forschungsberichte und themenorientierte Lösungsansätze im Kontext der Augsburger Wirklichkeit diskutieren, die als Bausteine einer zukünftigen „Grammatik des Zusammenlebens“ eine wichtige Rolle spielen könnten.
Veranstalter: Interkulturelle Akademie, Stadtjugendring Augsburg,
Universität Augsburg, Lehrstuhl für Europäische Ethnologie, Kulturpark West
Die Tagung ist stark praxisorientiert und richtet sich nicht nur an wissenschaftliches Fachpublikum und Studierende, sondern ausdrücklich an alle in der praktischen (inter)kulturellen Arbeit Tätigen oder an ihr Interessierten.
Tagungsprogramm:
„Unterwegs in Szenen – Neue Gemeinschaftsformen in der Gegenwartsgesellschaft“
Prof. Dr. Ronald Hitzler
Universität Dortmund
„Älter – weniger – bunter“
Folgen des demographischen Wandels für die Kulturpolitik
Dr. Albrecht Göschel
Sozialwissenschaftler Berlin
Podiumsdiskussion: „Verdrängung oder Öffnung“
Reagieren die Kulturinstitutionen, die Schule und die Einrichtungen der Jugendhilfe auf den gesellschaftlichen Wandel?“
„Jugendszenen als Lernorte“
Prof. Dr. Michaela Pfadenhauer
Universität Karlsruhe
„Von Widerstandskulturen und Fluchtlinien –
Über den (Un-) Sinn von modernen Jugendkulturen“
Dr. Jörg Hagedorn
Universität Augsburg
„Unterwegs in den Szenen von Augsburg“
Lehrstuhl für Europäische Ethnologie Augsburg
„Offensive Kulturelle Bildung: Partnerschaften zwischen Kultur, Bildung und Jugendhilfe als Strukturen kultureller Bildung“
Barbara Meyer, Nils Steinkrauss, Kulturelle Bildung, Kulturprojekte Berlin GmbH
„Konkrete Projekte aus Augsburg“
Matthias Garte
Sozialraumplanung Augsburg
„Kunst, Kulturelle Bildung und soziale Inklusion“
Ulrich Hardt
JugendKunst- und Kulturzentrum Schlesische 27, Berlin
„Konkurrenz belebt das Geschäft!? oder: Gemeinsam sind wir stärker!?“
Die Notwendigkeit kultureller Bildung ist erkannt – aber wer ist dafür zuständig? Die Notwendigkeit auf einem Konzept von Diversität aufbauender Jugendarbeit spricht sich auch herum – aber wer ist Akteur?
Dr. Dorothea Kolland
Leiterin des Kulturamts Neukölln, Berlin