Die Tagung möchte deshalb einen sachlichen Beitrag leisten zur Einschätzung urbanen Zusammenlebens in städtischen Quartieren und zur realistischen Bewertung von neuen Formen einer Kulturdiskriminierung, die ethnische Milieus und Zuwanderung einseitig unter Skandalisierungsbegriffen wie Ehrenmord und Zwangsverheiratung, Ghetto und Parallelgesellschaft verallgemeinert. Bei einem weiteren Schritt ihrer Auseinandersetzung mit der „Neuen Vielfalt“ in der Stadt, möchte die Interkulturelle Akademie insbesondere die Pluralisierung und Ausdifferenzierung des heutigen urbanen Lebens ohne Beschönigungen und ohne Mulitkulti-Utopie nicht nur als Bedrohung, sondern auch als Herausforderung, Chance und Ressource für die europäische Stadt begreifbar machen.
Veranstalter: Interkulturelle Akademie Augsburg, Stadtjugendring Augsburg, Universität Augsburg, Lehrstuhl für Europäische Ethnologie,
AIP Sozialraumplanung Augsburg
Tagungsprogramm:
„Alltagskulturen, Jugendszenen und umkämpfte Räume in den Quartieren einer vielkulturellen Stadtgesellschaft“
Peter Bommas/Christiane Lembert
Universität Augsburg
„Orientierung und Akkulturation von Jugendlichen mit Aussiedlerhintergrund“
Beate Berez
Universität Augsburg
„Beobachtungen zur kulturellen Artikulation türkischer Jugendlicher in Deutschland“
Dr. Maria Wurm
Kulturanthropologin, Köln
„Geschlechterrollen bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund – Jugendliche mit türkischem Hintergrund verstehen lernen"
Dr. Ahmet Toprak
Dipl. Pädagoge, Anti-Aggressivitäts-Trainer
„Die Entdeckung des Quartiers – Ausgrenzungsprozesse, Milieuentwicklung und Alltag der Lebensbewältigung“
Prof. Dr. Rolf Keim
Uni Darmstadt, Fachbereich Sozialpädagogik
„Ethnographie eines multiethnischen Quartiers in Augsburg
Vorstellung eines Forschungsprojektes“
Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel
Universität Augsburg
„Pusula – Vorstellung eines Integrationsprojekts mit türkischen Jugendlichen in Augsburg“
Sabine Nölke-Schaufler
Kompetenzzentrum Integration, Stadt Augsburg
Podiumsgespräch:
„Das städtische Quartier als Focus alltags- und jugendkultureller Integrations- und Ausgrenzungsprozesse“