Chronik

Titelblatt: Mühle Juli 1986, Hrsg.: Bürgeraktion Lechviertel e.V., 1978

1. Erwähnung

DER ANFANG ALS KORNMÜHLE AM WASSER

Die Kresslesmühle kann auf eine lange, bewegte Geschichte zurückblicken. Erstmalig wurde sie als eine von zehn Stadtmühlen im Jahr 1276 als „Klessingsmuhl“ erwähnt. Sie besteht aus dem eigentlichen Mühlhaus (dem Vorderhaus) und einem Rückgebäude von 1755. Das Gebäude steht direkt zwischen Vorderem und Mittleren Lech und liegt idyllisch unterhalb des Perlachturms gegenüber der Stadtmetzg in der Barfüßerstraße.

Die Nutzung als Kornmühle geht nachweislich sogar bis in die 1970er-Jahre. Insgesamt kann sie auf 27 unterschiedliche Besitzer verweisen. Am 1. April 1970 geht die Kresslesmühle in den Besitz der Stadt Augsburg über, die das Gebäude saniert.


Titelblatt: Mühle Juli 1986, Hrsg.: Bürgeraktion Lechviertel e.V., 1986

70ger & 80ger

UNTERKUNFT — IDEENWERKSTATT — SOZIOKULTURELLES ZENTRUM

Die Stadt stellte das sanierte das Haus zunächst als Unterkunft für Arbeitsmigranten zur Verfügung. Neben diesem Wohnangebot wurden für die Mühle auch weitere Nutzungsmöglichkeiten diskutiert: Letztlich erhielten engagierte Bürgerinnen und Bürger der Bürgeraktion Lechviertel e.V. den Zuschlag und bauten die Mühle bis zur Öffnung 1977 zu einem zentralen Treffpunkt um. Kerngedanke war es, ein selbstverwaltetes Bürger- und Gemeinschaftshaus für die Bewohnerinnen und Bewohner der Altstadt zu gründen.
Eine kleine Kneipe, ein Informationsbüro, Veranstaltungssaal, Töpferei und Fotolabor bildeten das Fundament der damaligen Mühle.

Die Veranstaltungsflyer der Mühle waren auch in den 80er Jahren schon farbige Hingucker.


Titleblatt Programmheft „La Piazza“, Hrsg.: Bürgeraktion Lechviertel e.V., o .J.

90er

DAS KULTURHAUS KRESSLESMÜHLE ALS GEMEINNÜTZIGE GMBH

Als eines der ersten soziokulturellen Zentren in Deutschland hat das Kulturhaus Kresslesmühle sich in der vielkulturellen Arbeit bundesweit einen Namen gemacht. Ab den 1990er- Jahren zählte die Bühne zu den renommierten deutschen Kleinkunsttheatern. Unter den Geschäftsführern der nun gemeinnützigen GmbH Hansi Ruile und Bert Schindlmayr wurde innovative Netzwerkarbeit mit migrantischen Organisationen geleistet und unter anderem zusammen mit dem Mesopotamienverein die Interkulturelle Akademie Augsburg ins Leben gerufen. Das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Zeltfestival La Piazza ging auf die Mühle zurück.

Für die Kabaretttage war das Längsformat typisch. Hrsg./ ViSdP: Hans J. Ruile, Kulturhaus Kresslesmühle, 2010

Foto und Design: Jutta Geisenhofer

2015

EIN STÄDTISCHES KULTURHAUS MIT ZUKUNFT

Nachdem die beiden Geschäftsführer in den Ruhestand gingen, kam es zu diversen Wechseln in der Führungsebene, bis sich die gGmbH auflöste. 2015 ging das Kulturhaus Kresslesmühle in die Verantwortung der Stadt Augsburg über. Unter der Leitung von Frau Dr. Margret Spohn wurden einige Bereiche des Hauses in den Jahren 2018-2019 umgebaut. Dabei wurde das Gebäude mit einem Aufzug barrierefrei, der erste Stock komplett entkernt und das dortige Bildungs-, Beratungs-, und Begegnungshaus errichtet.

Das Logo der Mühle hat sich über die Jahre immer wieder leicht gewandelt und aktualisiert.


Foto Ruth Plössel / Stadt Augsburg

HEUTE

KULTUR — BILDUNG & BERATUNG — GASTRONOMIE

Heute beherbergt das Haus drei Bereiche unter einem Dach: Die Bühne zeigt an rund 250 Abenden Nachwuchskünstler:innen und Shootingstars aus Kabarett und Musik mit einem Fokus auf Künstler:innen der unterschiedlichsten Herkunft. Offenen Hip-Hop Sessions, renommierten Kabarett:innen, Poetryslamer:innen und lokale Musiker:innen und Bands bestimmen das vielfältige Programm im intimen Theatersaal mit 120 Plätzen.
Das Bildungshaus im 1. Stock richtet sich mit Beratungs- und Begegnungsangebot an zugewanderte Augsburger*innen und bietet Räume zur Vermietung an.
Das vegane Restaurant DREIZEHN lädt mit idyllischem Ambiente im Außenbereich zum Verweilen ein.